Robinhood steigt bei OpenAI ein

Robinhood investiert 75 Mio. US-$ in OpenAI und eröffnet Anlegern damit erstmals einen indirekten Zugang zum KI-Konzern. Der Schritt kommt vor einem möglichen Börsengang, der zu den meistbeobachteten IPOs des Jahres zählt.

Robinhoods Venture-Fonds hat eine Investition von 75 Mio. US-$ in den ChatGPT-Entwickler abgeschlossen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Deal wurde laut Robinhood am 17. April vollzogen. Für Privatanleger sei der Zugang zu privaten Märkten „zu lange“ außer Reichweite gewesen, argumentiert die Plattform.

Ein direkter Kauf von Aktien des KI-Konzerns ist damit zwar weiterhin nicht möglich. Über Robinhood Ventures Fund I erhalten Anleger aber eine indirekte Beteiligung an der Wertentwicklung des Unternehmens. Der Konzern selbst ist bislang nicht börsennotiert.

Zugang zu dem KI-Player gibt es für Retail-Investoren auch über andere Vehikel, etwa über Fonds von Cathie Woods ARK Invest. Zusätzlich besteht über Microsoft eine indirekte Exponierung, da der Softwarekonzern eine weitreichende Vereinbarung zur Umsatzbeteiligung mit dem Unternehmen hält.

Die Anteile des Venture-Fonds, der an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel RVI gehandelt wird, stiegen am Mittwochvormittag um 8 %.

Wie groß die Erwartungen am Markt inzwischen sind, zeigt die Bewertung: Nach einer Finanzierungsrunde über 122 Mrd. US-$ im März lag die Post-Money-Bewertung des KI-Spezialisten laut eigenen Angaben bei 852 Mrd. US-$. Bereits einen Monat davor hatte das Unternehmen weitere 110 Mrd. US-$ aufgenommen. Robinhoods Einstieg fällt im Vergleich dazu klein aus und entspricht weniger als 1 % der jüngsten Bewertung.

Brisant ist der Schritt auch wegen der Vorgeschichte. Im vergangenen Jahr hatte Robinhood seinen Nutzern in Europa tokenisierte Anteile an dem KI-Haus und an SpaceX angeboten und damit den eigenen Aktienkurs kurzzeitig auf ein Allzeithoch getrieben. Die ChatGPT-Mutter kritisierte den Vorstoß jedoch scharf und erklärte, die Token würden keine Eigenkapitalanteile am Unternehmen darstellen. Zudem habe es keine Partnerschaft mit Robinhood gegeben. „Jede Übertragung von Eigenkapital erfordert unsere Zustimmung“, teilte der Konzern damals mit und ergänzte, dass keine solchen Übertragungen genehmigt worden seien.

Die Nachfrage von Privatanlegern nach einem Investment in den KI-Vorreiter ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ein möglicher Börsengang zählt zu den am stärksten erwarteten Debüts am Markt. Finanzchefin Sarah Friar sagte Anfang des Monats, man sehe eine „sehr starke Nachfrage“ von Einzelinvestoren. Laut CNBC könnte der Schritt aufs Parkett bereits später in diesem Jahr erfolgen. Gleichzeitig plant der Konzern, in den kommenden fünf Jahren rund 600 Mrd. US-$ in den Ausbau von Halbleitern und Rechenzentren zu investieren.

Text: Ty Roush
Foto: Mariia Shalabaieva

Forbes Digital

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