Serena Williams investiert in Gründerinnen: Wie sie die Venture-Capital-Branche verändern will

Nur rund 2 % des Venture Capitals fliessen an Frauen – eine Zahl, die Serena Williams zunächst für einen Fehler hielt. Mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Serena Ventures investiert die ehemalige Tennisspielerin gezielt in Unternehmen, die im klassischen Finanzierungssystem häufig zu wenig Aufmerksamkeit erhalten.

Nur rund 2 % des Venture Capitals fliessen an Unternehmen von Frauen. Serena Williams will diese Finanzierungslücke mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Serena Ventures verkleinern. Beim Forbes Power Women’s Summit in New York sprach die ehemalige Tennisspielerin über Kapitalzugang, unternehmerische Chancen und die Rolle von Frauen in Führungspositionen.

Der Zugang zu Risikokapital entscheidet mit darüber, welche Geschäftsideen wachsen, welche Märkte erschlossen werden und welche Unternehmen sich langfristig etablieren. Doch Gründerinnen haben in diesem Wettbewerb weiterhin einen strukturellen Nachteil. Als Serena Williams sich intensiver mit der Venture-Capital-Branche beschäftigte, stiess sie auf eine Zahl, die sie zunächst für einen Fehler hielt: Nur rund 2 % des Risikokapitals gehen an Frauen.

Beim 14. Forbes Power Women’s Summit im Jazz at Lincoln Center in New York machte Williams deutlich, dass sie diese Verteilung nicht als gegeben hinnehmen will. Mit Serena Ventures investiert sie in Unternehmen, die aus ihrer Sicht Potenzial haben, in klassischen Finanzierungsprozessen aber zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Ihr Ansatz: Kapital dorthin lenken, wo unternehmerische Möglichkeiten bestehen, die von etablierten Investoren bislang nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Seit der Gründung hat Serena Ventures mehr als 100 Unternehmen unterstützt. Dazu zählen zahlreiche von Frauen geführte Firmen sowie Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für weibliche Zielgruppen entwickeln. Ein Beispiel ist Midi Health, ein Start-up, das sich auf die medizinische Versorgung von Frauen in der Perimenopause und Menopause konzentriert. Das Investment steht exemplarisch für einen Bereich, in dem spezifische Bedürfnisse lange vergleichsweise wenig Beachtung fanden.

Williams’ Engagement zeigt, wie sich unternehmerischer Einfluss auch ausserhalb der eigenen Branche nutzen lässt. Die ehemalige Weltranglistenerste baut nicht mehr nur auf sportliche Erfolge, sondern auf Beteiligungen an Unternehmen, deren Entwicklung sie mit Kapital und ihrem Netzwerk unterstützen kann. Dabei geht es auch um die Frage, wer überhaupt als investitionswürdig gilt und welche Geschäftsmodelle von Anfang an Zugang zu Finanzierung erhalten.

Beim Summit stand diese Perspektive neben weiteren Diskussionen über Führung und gesellschaftlichen Wandel. Gunjan Kedia, CEO der US-Bank U.S. Bancorp und die erste Frau an der Spitze des Instituts, sprach darüber, wie wichtig es ist, überlieferte Vorstellungen von Führung zu hinterfragen. „Führungskräfte sollten nach vorne durch die Windschutzscheibe blicken, nicht in den Rückspiegel“, sagte Kedia. Frühere Traditionen dürften nicht zum Hindernis für neue Entwicklungen werden.

Auch persönliche Wendepunkte und aussergewöhnliche Leistungen prägten das Programm. Die Eiskunstläuferin Alysa Liu kehrte nach einer Pause in den Spitzensport zurück und gewann 2026 Olympiagold. Ali Truwit überlebte einen Haiangriff und gewann nach der Amputation eines Beins bei den Paralympics in Paris zwei Silbermedaillen.

Zum Abschluss rückte Vivian Tu, Finanzexpertin und Gründerin des Finanzbildungsangebots YourRichBFF, den individuellen Umgang mit Geld in den Mittelpunkt. Finanzwissen sei nicht nur eine Frage der Rendite, sondern auch eine Voraussetzung für Selbstbestimmung. Wer finanzielle Zusammenhänge versteht, kann Entscheidungen fundierter treffen und gewinnt Handlungsspielraum.

Für Williams liegt ein wesentlicher Hebel für mehr unternehmerische Gleichstellung im Kapitalmarkt. Solange Gründerinnen beim Zugang zu Risikokapital deutlich unterrepräsentiert sind, bleibt ein Teil des unternehmerischen Potenzials ungenutzt. Serena Ventures setzt genau dort an: bei der Finanzierung von Unternehmen, die andernfalls möglicherweise weniger Chancen erhalten würden, ihre Geschäftsmodelle zu skalieren.

Foto: Wikimeda Commons

Dieser Artikel erschien zuerst bei Forbes US. Text: Zoya Hasan und Alexandra York.

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