Venture-Katalysten

In der Tech-Branche kämpft eine Gruppe talentierter Venture-Kapitalistinnen gegen den „Old Boys Club“ an.

Aileen Lee starrte fast einen Monat lang auf das E-Mail, das sich in ihrem Entwurfsordner befand – sie war unsicher, was sie tun sollte. Der Sommer 2017 war für Venture-Kapitalisten (VCs) brutal gewesen. Ein Unternehmen aus San Francisco löste sich auf, weil ein Partner wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten war. Wenig später traten auch zwei weitere Mitgründer ­bekannter Firmen – 500 Startups und DFJ – ­unter ähnlichen Umständen zurück. Das Silicon Valley stand vor einer Zäsur, einem ganz frühen #MeToo-­Moment – und das Monate, bevor der eigentliche ­Skandal sich entfaltete.

In jenem Juli traf Lee, eine VC-Veteranin (Rang 97 auf der diesjährigen Midas-Liste der besten Risikokapital­investoren der USA) schließlich eine Entscheidung. Sie wollte ein Risiko eingehen und sendete an eine Gruppe von 23 Frauen, die sie als „­Breakfast Club“ bezeichnete, ein E-Mail. Hauptsächlich handelte es sich dabei um befreundete Partnerinnen in anderen VC-Unternehmen. Lee schlug vor, dass sich die Gruppe zusammenschließen sollte, um jungen Frauen zu helfen, ihren Weg in die VC-Branche zu finden – und dann die Karriere­leiter zu erklimmen. „Wir haben alle dieselbe Meinung: dass alle Dinge, die in letzter Zeit in Artikeln betont wurden – Gender-­Machtdynamiken, Belästigung und der Mangel an Frauen in der VC-Branche – nicht in ­Ordnung sind“, schrieb Lee. „Wir haben nun die Möglichkeit, die nötigen Änderungen in unserer Branche anzustoßen und sie so zu verbessern.“

Die 48-jährige Lee hatte sich ihre ­Sporen in der VC-Szene verdient. Sie hatte 13 Jahre beim legendären Unternehmen Kleiner Perkins Caufield & Byers gearbeitet, bevor sie 2012 ­Cowboy Ventures gründete. Ihr Fonds war erst kürzlich in die höchste Riege der VC-Unternehmen gestoßen, und Lee war gerade dabei, ihren zweiten Fonds mit einem Volumen von 60 Millionen US-$ zu investieren. Eine aktivistische Bewegung zu starten konnte also ein unternehmerisches Risiko darstellen. Doch Lee merkte, dass sie jetzt etwas sagen musste – sonst würde sie es nie tun.

Sie drückte „Senden“ – am 31. Juli 2017, kurz nach 23 Uhr. 30 ­Minuten später kam die erste Antwort, von Jess Lee von Sequoia Capital – sie war kürzlich Partnerin geworden: „Bin dabei. Das machen wir!“, schrieb sie. „Danke, Aileen, dass du das in die Hand nimmst. Gerne will ich mithelfen/organisieren/deine ­Logistiksklavin sein.“ Nach und nach antworteten 20 andere Frauen, um sich anzuschließen.

„Tech Investing“ ist eine der am stärksten von Männern ­dominierten Branchen der USA. Die Anzahl an weiblichen Partnern in der VC-Branche ist nach dem Platzen der Dotcom-Blase sogar zurückgegangen. Laut einer Umfrage des Babson College betrug der Anteil von Frauen in der Branche 1999 zehn, 2014 aber nur noch sechs Prozent. Heute liegt die Zahl zwar wieder bei neun Prozent, doch in 74 Prozent aller VC-Fonds ist keine einzige Frau Entscheidungsträgerin. Bei 53 Prozent der US-Fonds arbeiten überhaupt keine Frauen. Falls Lees Bewegung es also schaffen sollte, eine nachhaltige Veränderung in diesem „Old Boys Club“ anzustoßen, könnte sie als Vorbild für viele andere Branchen der Welt dienen, die ähnlich engstirnig agieren.

Jess Lee, 35
Sequoia Capital, PARTNERIN
Verwaltete Assets: 8 Mrd. US-$ (Schätzung)
Bekannte Deals: Dia & Co, TuneIn

Nach dem Aufbau und anschließenden Verkauf der E-Commerce-Website Polyvore (um 230 Mio. US-$ an Yahoo) empfindet Jess Lee in ihrer Rolle als Investorin in der „Schwestern­schaft“ All Raise Freude dabei, anderen Gründerinnen zu helfen. „Ich habe kein Problem damit, jemand zu sein, der in Mädchenzeug investiert. Damit lässt sich gutes Geld verdienen.“

Jenny Lefcourt, 49
Freestyle Capital, PARTNERIN
Verwaltete Deals: 230 Mio. US-$
Bekannte Deals: Minted, StyleSeat

„Eine Theorie, die mir mal erzählt wurde,
ist, dass VCs gerne Mustern folgen. Mark Zuckerberg war ein Typ in einem Hoodie – also suchten sie nach einem Typen im Hoodie.“ Lefcourts Lösung: In Frauen investieren, etwa bei Minted oder StyleSeat. „Die Daten zeigen deutlich, dass Diversität stark mit positiven Ergebnissen korreliert.“

Die Bewegung hat einen ­großen Vorteil. Inklusive Lee gehören vier der Frauen, die sich auf ihrem ­allerersten E-Mail-Verteiler befinden, zu den mächtigsten VCs der Welt: Ann Miura-Ko (Rang 55 auf der diesjährigen Midas-Liste), Kirsten Green (Rang 77) und Theresia Gouw (Rang 89). Und die Liste enthielt auch vielversprechende weitere Investorinnen, etwa Sequoia Capitals Jess Lee, Union Squares Rebecca Kaden und Sarah ­Tavel von Benchmark. Als unternehmerische Kapitalistinnen wussten diese Frauen, dass sie nicht ­ignoriert werden konnten, wenn sie die Schaltstellen der Branche übernehmen und mehr weibliche Gründerinnen und Investorinnen fördern würden. Proteste gegen die Mächtigen erreichen vielleicht kurzfristige Schlagzeilen – um etwas zu bewegen, mussten sie die Mächtigen werden.

Die Gruppe nennt sich „All Raise“ und umfasst heute 36 Frauen. Ihre Mission, die sie Forbes gegenüber erstmals exklusiv kundtaten: Die Anzahl an weiblichen VC-Partnern in den nächsten zehn Jahren verdoppeln; die Risikokapitalfinanzierungen für Gründerinnen in den nächsten fünf Jahren von 15 auf 25 Prozent erhöhen. All Raise agierte bereits hinter den Kulissen von zwei großen Diversitätsbemühungen: der Gründung der Mentorenreihe „Female Founders
Office Hours“ sowie einem 700 Start-ups umfassenden Versprechen namens „Founders for Change“, das Diversität fördern soll. Mit dabei waren Größen wie Instagram-Gründer Kevin Systrom und Dropbox-CEO Drew Houston.

Zwei Start-ups erhielten ­zudem bereits Finanzierungen durch All Raise: CollegeBacker, ein Unternehmen, das helfen soll, Geld für die Universität zu sparen, sammelte 75.000 US-$ ein – dank eines Kennenlernens beim Female Founders Event; und Agentology, ein Hersteller von Software für Immobilienmakler, stellte zwölf Millionen US-$ auf – in einer Runde, die von einem All-Raise-­Mitglied angeführt wurde, das wiederum einen Tipp von einem anderen Mitglied bekommen hatte.

Mit einer privaten Datenbank, die spannende weibliche Tech-Führungskräfte umfasst, entzieht die Gruppe Unternehmen, die behaupten, sie könnten keine geeigneten Frauen finden, die Argumente. Nach Monaten der Geheimniskrämerei fangen die All-Raise-Mitglieder nun an, sich öffentlich zu zeigen. Als Melinda ­Gates Umfragen in der Branche machte, wer die vielversprechendsten Pläne zur Förderung von Diversität und Inklusion hätte, fiel ihr All Raise auf. Die Gruppe führt Gespräche mit Gates’ Büro, Pivotal Ventures, um die Unterstützung zu formalisieren. All Raise hat mittlerweile Zusagen in der Höhe von zwei Millionen US-$, etwa von der Silicon Valley Bank.

Ann Miura-Ko, 41
Rang 55 Midas-Liste
Floodgate, Mitgründerin
Verwaltete Assets: 500 Mio. US-$
Bekannte Deals: Lyft, Refinery29, Xamarin

Als Ann Miura-Ko bei Floodgate anheuerte, riet ihr ein ehemaliger Gründer, mittler­weile Professor in Stanford, ihr Doktorat abzuschließen. „Der Titel wird dir eine Glaubwürdigkeit verleihen, von der du nicht weißt, dass du sie brauchen wirst“, erinnert sich Miura-Ko an seine Aussage. Heute coacht sie Frauen, die sich für Stellen in der VC-Branche bewerben. „Ich wollte nie eine tolle weibliche Investorin sein. Investiere ich in Dinge, auf die ich eine einzigartige Sicht habe? Ja. Kümmere ich mich um weibliche Anliegen? Ja. Will ich dadurch definiert werden? Nein. Da besteht ein feiner Unterschied.“

Wie ein echtes Start-up sieht sich All Raise aber auch Risiken ­gegenübergestellt – während eigentlich erste Erfolge erzielt werden ­müssen. Die freiwilligen Mitarbeiter müssen darauf achten, in dieser beratungs­resistenten Branche nicht auszubrennen. Sollten die Frauen jedoch Erfolg haben, hat All Raise eine Chance, nicht nur die Augen einer ganzen Branche zu öffnen, sondern eine Transformation der gesamten US-Wirtschaft anzuführen. Nur sechs Prozent aller börsennotierten Unternehmen werden von Frauen geführt.

Bei einem All-Raise-Meeting im Februar hörten sich 92 Frauen – auf Einladung der Co-Gastgeberinnen Medha Agarwal und VC-Kollegin Maha Ibrahim – vier Stunden lang Geschichten von Ibrahim, Lee, Miura-Ko und anderen an. Die Storys reichten von der richtigen Strategie, um sich in Partnermeetings erfolgreich einzubringen, bis zu der Frage, wann man seinen Arbeitgeber wechseln sollte. Agarwal, die im mittleren Management von Redpoint Ventures – einem vier Milliarden US-$ Assets verwaltenden Unternehmen – tätig ist, war außer sich vor Freude. „All diese Frauen haben schon so viel Arbeit erledigt!“ Sie will den Erfolg nun mit jüngeren Kolleginnen duplizieren.

Über die Netzwerke, die bei solchen Events entstehen, baut All Raise ein Supportsystem für Frauen wie
Agarwal, das es so bisher nicht gab. Die frühere Google-Ventures-Partnerin Shanna Tellerman hielt es etwa nur zwei Jahre im „Venture Boys Club“ aus. „Ich saß in meinem ­ersten Partnermeeting und merkte ­sofort, dass etwas nicht stimmte“, sagt Teller­man. Sie kehrte der Branche den Rücken, um das Design-Start-up Modsy zu gründen. Sie denkt auch nicht daran, zu einer VC-Firma zurückzukehren, solange die Genderquote sich nicht deutlich ändert.

Maha Ibrahim, 47
Canaan, General Partner
Verwaltete Assets: 5 Mrd. US-$
Bekannte Deals: Kabam, the RealReal

Maha Ibrahim wird das Gespräch nie vergessen, in dem ihr ein männlicher Partner die Strategie erklärte, nach der er neue Mitarbeiter einstellen wollte. Er wolle mehr Frauen einstellen, doch eine „Ellen-Pao-­Situation“ vermeiden. Er spielte auf eine ehemalige VC-Investorin an, die ihren Arbeitgeber Kleiner Perkins Caufield & Byers 2012 wegen sexueller Belästigung verklagt hatte. Seine männlichen Kollegen rieten ihm daraufhin, Frauen in Juniorpositionen einzustellen – ohne Chance auf Beförderung. „Ich war völlig perplex. Ich konnte nachts nicht mehr schlafen“, erinnert sich Ibrahim. Mithilfe von All Raise will sie erreichen, dass Frauen, die in die Branche kommen, auch die Karriereleiter erklimmen können. „Wenn diese Frauen keine Chance auf Erfolg haben, wird dieses Experiment gehörig schiefgehen.“,

Mit der Schwierigkeit, Frauen in der Branche zu behalten, ist die VC-Szene nicht alleine. In der Tech-Branche verlassen Frauen ihren Karriereweg mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit wie Männer. 56 ­Prozent ­gehen vor dem Zeitpunkt, an dem sie im mittleren Management ankommen würden, wie ein Bericht der ­Harvard Business Review feststellte. In der Finanzbranche wird das Problem dadurch verschlimmert, dass Unternehmen Probleme haben, neue Frauen überhaupt erst einzustellen. In der Vergangenheit haben VC-Unternehmen dazu das „Pipeline-Problem“ angeführt –VC-Milliardär Michael Moritz formulierte das 2015 so: Die Unternehmen würden liebend gerne Frauen ein­stellen, es fehlten aber geeignete Kandidatinnen. „Wir werden unsere Standards sicher nicht lockern.“

Doch die Frauen von All Raise sind nicht überzeugt – und werden selbst tätig. Eine Arbeitsgruppe, die unter anderem Miura-­­Ko und Stephanie Palmeri von ­Uncork Capital umfasst, erstellte eine vertrauliche Datenbank. Darin finden sich weibliche Führungskräfte aus anderen Branchen, die Interesse hätten, in die VC-Branche zu wechseln. Die Arbeitsgruppe trackt offene Stellen, hat Anfragen von zehn Unternehmen und stellte bereits Kontakt zu 25 Frauen auf der Liste her. „Wir beantworten die Frage, wen man einstellen soll“, sagt Rebecca Kaden, eine Partnerin bei Union Square Ventures. Doch man kann
auch auf andere Art und Weise Ver­änderung bewirken: über den Kunden. McDonald’s etwa veränderte die Speisekarte erst, als Stammkunden gesündere ­Varianten forderten – in der Venture-Capital-Branche sind die Kunden jene Unternehmer, die Geld einsammeln. Und All Raise hat ­deren sich verändernde Prioritäten früh genutzt. Im Januar fingen Jenny Lefcourt, ­Partnerin bei Freestyle Capital, und ­Aileen Lee an, Gründer zu rekrutieren, um über Diversität zu sprechen – sowohl bei der Personalsuche als auch auf Managementebene und bei Finanzierungsrunden. Die ­Reaktion kam postwendend. Der CEO der Crowdfunding-Seite Patreon, Jack Conte, bat seinen neuesten Investor, Thrive Capital, auf seinen Sitz im Board zu verzichten, damit er einen unabhängigen Direktor bestellen kann, der die Diversität erhöht. Thrive stimmte zu, der Job ging an Goli Sheikholeslami, die Chefin von Chicago Public Media. Und der CEO der beliebten Meditations-App Headspace, Rich Pierson, sagte, er würde nie wieder Geld von ­einem VC-Unternehmen akzeptieren, das nur weiße Männer beschäftigt.

Aileen Lee, 48
Rang 97 Midas-Liste
Cowboy Ventures, Gründerin
Verwaltete Assets: 100 Mio. US-$
Bekannte Deals: Bloom Energy, Dollar Shave Club, Rent the Runway

„Da sie Sorge hatte, nicht ernst genommen zu werden, trug Lee in ihren ersten zehn Jahren in der VC-Branche ihren Abschlussring vom MIT sowie eine Brille, die sie eigentlich nicht benötigte. Nun will sie eine Bewegung aufbauen, die „mehr bewirkt als lediglich Tweets“, nämlich nachhaltige Veränderung. „Wenn man eine VC-Firma betritt, sollte man sich nicht wie in ‚Mad Men‘ fühlen.“

Headspaces Versprechen ist ein Warnschuss. Doch die Partnerinnen von All Raise – waschechte Kapitalistinnen – wissen, dass die Motivation mithilfe von Gier besser funktioniert als mit Angst. Bei fehlender Diversität auf Partnerlevel, so die Meinung, könnten Investoren nämlich vielleicht die nächste Katrina Lake, Gründerin und CEO des E-Commerce-Unternehmens Stitch Fix, verpassen. Lake erhielt viel Zuspruch dafür, dass sie mit Stitch Fix eine Milliarde US-$ Umsatz generierte und ihr Start-up an die Börse brachte, obwohl sie erst 42 Millionen US-$ Risikokapital erhalten hatte. Doch Lake sagte, dass das eigentlich gar nie so gedacht war. Sie wollte mehr Kapital einsammeln, doch niemand wollte ihr Geld geben. Lake: „Der Börsengang war eine Situation, in die wir gedrängt wurden. Wir haben lediglich das Beste daraus gemacht.“

Von Frauen geführte Unternehmen gehören zu den am schnellsten wachsenden Segmenten im Bereich Unternehmertum. Zwischen 2007 und 2016 stieg die Anzahl an von Frauen geführten Unternehmen laut einer Studie von American Express um 45 Prozent. Doch Frauen erhalten noch immer nur ein kleines Stück des VC-Kuchens. So erhielten von Frauen (mit-)­gegründete Unternehmen nur 15 Prozent des gesamten Risikokapitals. In einer Har­vard-Studie aus dem Jahr 2014 bekamen Frauen für die exakt gleichen Pitches wie Männer deutlich weniger wahrscheinlich finanzielle Unterstützung. All Raise will das Problem bekämpfen, indem dessen Mitglieder Gründerinnen früh kennenlernen und unterstützen.

Kirsten Green, 46
Rang 77 Midas-Liste
Forerunner Ventures, Gründerin
Verwaltete Deals: 300 Mio. US-$
Bekannte Deals: Dollar Shave Club,
Jet.com, Glossier

Erst nachdem sie sich All Raise an­geschlossen hatte, verstand Kirsten Green wirklich, wie viel Mikroaggression sie in ihrer Karriere tolerieren musste – etwa wenn ihr Rat ignoriert oder sie ständig ­unterbrochen wurde. „Jeder weiß, dass sich etwas ändern muss – und viele wünschen sich das auch. Vielleicht funktioniert es ja jetzt, weil wir uns ein Megafon geschnappt haben und etwas tun, also endlich aktiv werden.“

Als die Mitglieder von All Raise Aileen Lees Call To Action erstmals folgten, war Harvey Weinstein in Hollywood noch an der Macht. All Raise hat in Sachen Sexismus und Diskriminierung einen Vorsprung. Aktuell arbeiten alle Mitglieder als Freiwillige – neben ihren regulären Jobs. Burn-out ist ein Problem, wenn Menschen an einem Projekt arbeiten, das sich wie ein zweiter Job anfühlt. Doch das Pro­blem scheint sich zu lösen: Mit der Unterstützung von zwei Millionen ­US-$, die Melinda Gates und die Silicon Valley Bank bereits zugesagt haben – zusätzliche Mittel dürften folgen –, kann All Raise einen Executive Director und Vollzeitmitarbeiter anstellen. Aileen Lee und Co. können die Bewegung dann in etwas weniger aktiven Rollen leiten. Wie auch in anderen Branchen wird der Erfolg sich nach und nach einstellen. Forbes kontaktierte 125 Partner von 50 von Männern geführten VC-Unternehmen, um sie nach ihrer Meinung zu Diversität zu befragen. Die meisten antworteten nicht, 20 meldeten sich jedoch. „Obwohl wir wissen, dass nicht jeder neue ­Partner ein Kandidat sein wird, der unsere ­Diversität erhöht, beziehen wir Diversität und Inklusion als Aspekte bei jeder Neubesetzung mit ein“, sagt Reid Hoffmann, LinkedIn-Gründer und Chef von Greylock Partners. Die Frauen von All Raise sind sicher, dass ihr Investi­tionserfolg in einer Branche, die auf Rendite basiert, für sich selbst sprechen wird. Um das zu schaffen, tun sie sich zusammen – eine neue Denkweise für Frauen, die bisher Einzelkämpferinnen waren. „Ich bin Kapitalistin. Ich will die besten Deals machen, ich will, dass mein Unternehmen die besten Deals macht“, sagt Emily Melton von DFJ. „Doch ich will auch, dass meine Kolleginnen erfolgreich sind. Das würde uns allen helfen.“

Dieser Artikel ist in unserer April-Ausgabe 2018 „Regulierung“ erschienen.

Up to Date

Mit dem FORBES-Newsletter bekommen Sie regelmäßig die spannendsten Artikel sowie Eventankündigungen direkt in Ihr E-Mail-Postfach geliefert.