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Valerie Hillebrand B.Sc, BA. – Prokuristin Hillebrand Baufirmengruppe Holding GmbH Die Bau-, Holz und Immobilienbranche baut an mehr als Gebäuden. Sie baut an der Gesellschaft.
Visionäres Handeln wird gern als Utopie abgetan. Ich sehe das anders. Eine Utopie beschreibt einen Ort, den es nicht gibt. Eine Vision beschreibt eine Richtung: jeden Tag ein Stück näher an das, was Menschen brauchen.
Kaum eine Branche prägt das Leben so sehr. Wir planen Neues und entscheiden, was mit dem Bestehenden geschieht. Wir bestimmen, woher Gebäude ihre Energie beziehen und was sie ihrem Standort geben oder nehmen. Wir schaffen die Orte, an denen wir wohnen, arbeiten und einander begegnen. Was wir heute errichten, überdauert uns. Das ist Verantwortung. Und eine Chance.
Den Blickwinkel drehen
Über unsere Branche hört man vieles: traditionell, männlich geprägt, von Konkurrenz getrieben. Und immer wieder den Satz: Es läuft so, weil es immer so gelaufen ist. Dieser Satz hat mich nie überzeugt. Die Fragen, vor denen wir stehen, sind neu. Alte Muster werden sie nicht beantworten.
Was uns weiterbringt, ist nicht lediglich der Kampf um Marktanteile. Es sind Synergien und Zusammenarbeit – der gemeinsame Anspruch, eine rundum zukunftsfähige Welt zu gestalten.
Drei Fragen, die uns beschäftigen
Erstens: Wie gehen wir mit dem um, was bereits da ist? Mit Ressourcen vor Ort, mit erneuerbaren Materialien, mit dem Gebäudebestand. In den kommenden Jahren gehen Immobilien in einem Ausmaß an die nächste Generation über wie nie zuvor. Diese Erbwelle fordert die gesamte Bau- und Immobilienwirtschaft.
Zweitens: Wie wollen Menschen heute leben und arbeiten? Lebensentwürfe haben sich verändert, Grundrisse oft nicht. Gleichzeitig können sich viele das Wohnen selbst kaum noch leisten. Unsere Frage lautet daher nicht, ob wir leistbaren Wohnraum schaffen oder unternehmerisch wachsen. Sie lautet: Wie gelingt beides?
Drittens: Was brauchen Menschen jenseits von Wohnung und Büro? Wir verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen und fühlen uns trotzdem – oder gerade deshalb – zunehmend einsam. Allein zu sein ist eine Entscheidung. Einsamkeit ist es nicht. Dritte Orte, Community Hubs, Räume für Begegnung sind darum keine Kür, sondern soziale Infrastruktur.
Kooperation statt Konkurrenz
Keine dieser Fragen lässt sich im Alleingang beantworten. Wer sie lediglich im Wettbewerb lösen will, verliert Zeit, die wir nicht haben. Zeitgemäße Lösungen brauchen gegenseitige Unterstützung, vorausschauende Projektentwicklung und starke Partnerschaften. Denn im Kern verfolgen Wirtschaft und Gesellschaft dasselbe Interesse: Bedürfnisse ernst zu nehmen und nachhaltig zu handeln, auf eine Weise, die sich wirtschaftlich trägt.
Dazu gehört Vielfalt. Nicht als Quote, sondern weil gute Lösungen unterschiedliche Perspektiven brauchen. Die besten Köpfe kommen geschlechterübergreifend aus allen Richtungen. Eine Branche, deren Führung wenig divers ist, verzichtet auf einen Teil davon.
Was wir weitergeben
Die Erbwelle betrifft nicht nur Gebäude. Auch Unternehmen wechseln in neue Hände, und auch hier entscheidet sich, ob Bestand bewahrt oder verspielt wird. Eine geregelte Nachfolge gehört deshalb zum Kern nachhaltigen Unternehmertums. Ein ungeregelter Übergang gefährdet Arbeitsplätze, Wissen und regionale Wertschöpfung.
Bei Hillebrand bin ich Nachfolgerin in vierter Generation und die erste Frau in dieser Rolle. Für mich ist das weniger persönliche Bilanz als Beleg für einen Gedanken: Nachfolge heißt nicht, zu wiederholen, was war. Sie heißt, zu übersetzen, was trägt.
Die Form ändert sich, die Haltung bleibt. Meine Aufgabe ist, sie in die Gegenwart zu holen und dafür den Blick nach vorn zu richten. Innovation hat dabei einen festen Platz in der Unternehmens- und Organisationsentwicklung, verankert in einer eigenen Stabstelle.
Es beginnt im Unternehmen
Am Ende führt alles zu einer Einsicht: Unternehmen sind ein Spiegel der Gesellschaft. Was wir intern nicht leben, können wir nach außen nicht glaubhaft vertreten. Die Verantwortung für unsere Mitarbeiter:innen ist der erste Schritt, nicht der letzte. Für Hillebrand Holz, Bau und Immobilien gilt das ebenso wie für jedes andere Unternehmen. Das mag idealistisch klingen. Es folgt aber aus dem, was wir in der Branche tun: Wer „baut“, übernimmt einen gesellschaftlichen Grundauftrag. Wir nehmen ihn an.
HILLEBRAND. Alles bedacht.
Seit 85 Jahren gestalten wir Wohn- und Arbeitsräume und entwickeln Lebens(t)räume für kommende Generationen. Was als Zimmerei begann, ist heute eine Unternehmensgruppe mit den Geschäftsfeldern Projektentwicklung, Planung, Bau & Generalunternehmer, Holzbau, Immobilienvertrieb und Makler.
Mit rund 220 Mitarbeitern an den Standorten Wals bei Salzburg, Zell am See und München-Ottobrunn realisieren wir Projekte in Salzburg sowie im angrenzenden bayerischen Raum. Unter einem Dach vereinen wir vielfältige Kompetenzen und begleiten Projekte von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe. Unser Portfolio reicht von Ein- und Mehrfamilienhäusern über moderne Holz- und Holz-Hybridbauten bis hin zu großvolumigen Wohn- und Gewerbeprojekten. Darüber hinaus entwickeln wir ganze Quartiere und schaffen leistbaren Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen und Bedürfnisse.
Unser Erfolg basiert auf fachlicher Kompetenz, Eigenverantwortung, Innovationsgeist und Menschen, die mit Begeisterung neue Lösungen entwickeln und gemeinsam Zukunft gestalten.
Foto: Hillebrand