Mit dem FORBES-NEWSLETTER bekommen Sie regelmässig die spannendsten Artikel sowie Eventankündigungen direkt in Ihr E-mail-Postfach geliefert.
Mit „Your business and UNIQA“ startet UNIQA erstmals eine gruppenweite Werbekampagne für Firmenkunden. Olivera Böhm-Rybak und Christoph Kapfinger erklären, warum ein Ein-Personen-Unternehmen dabei genauso im Zentrum steht wie ein Industriebetrieb – und wie sich Klimarisiken in neue Geschäftsmodelle verwandeln lassen.
International zählt UNIQA rund 1,3 Millionen Firmenkunden, vom Ein-Personen-Unternehmen bis zum globalen Industriekonzern; bei einer Gesamtmarktgröße von 11,5 Millionen Unternehmen. In Österreich sind es rund 120.000 von insgesamt 600.000 Unternehmen im Land – gemessen an der Zahl der Betriebe ein Anteil von 20 %. „Das macht uns schon stolz, und mit unserer Kampagne wollen wir weiterwachsen und weiteren Unternehmen als verlässlicher Partner zur Seite stehen“, sagt Christoph Kapfinger, der den österreichischen Firmenkundenbereich leitet.
„Your business and UNIQA“ ist die erste Kampagne, die UNIQA gleichzeitig in mehreren ihrer 14 Märkte ausrollt. Gestartet wurde in Österreich und Ungarn; Tschechien und die Slowakei folgen Anfang kommenden Jahres. Den zeitlichen Abstand erklärt Olivera Böhm-Rybak, die den internationalen Firmenkundenbereich verantwortet, mit lokalen Produktzyklen. Der Kern der Botschaft bleibt überall gleich: Kundinnen und Kunden werden in ihrem eigenen Betrieb gezeigt, vom Friseursalon bis zur Fabrik.
Die seit Jahren abgestimmte Strategie zwischen den Märkten gab den Anstoß für die erste gruppenweite Firmenkundenkampagne von UNIQA, die vom Bereich Group Brand & Communications entwickelt wurde. „Wir wollen die Wahrnehmung von UNIQA als starkem Partner für Firmenkunden nachhaltig stärken“, sagt Böhm-Rybak. Bislang habe sich die Branche fast ausschließlich an Privatkunden gerichtet; das wolle man ändern. Dafür erweitert UNIQA den Claim „Gemeinsam besser leben“ aufs Firmenkundengeschäft: „Keine Unternehmerin, kein Unternehmer stemmt das Geschäft allein, jeder hat Zulieferer und Kunden“, so Kapfinger. Genau dort will UNIQA als zusätzlicher Partner ansetzen, ähnlich einer Unternehmensberatung.
Wir wollen die Wahrnehmung von UNIQA als starkem Partner für Firmenkunden nachhaltig stärken.
Olivera Böhm-Rybak
Inhaltlich geht es bei der Kampagne weniger um klassische Schadenregulierung als um Begleitung über den Vertragsabschluss hinaus. Böhm-Rybak nennt als Treiber vor allem Klimarisiken – UNIQA will hier mit Expertise unterstützen, etwa bei der Frage, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden bei Hitze schützen oder Lieferketten resilienter machen. Kapfinger verweist auf ein Beispiel aus Vorarlberg: Ein Hotelbetrieb mit Personalmangel stellte auf regionale Beschaffung und flexiblere Öffnungszeiten der Hausbar um, um Mitarbeitenden mit Betreuungspflichten Halbtagsstellen zu ermöglichen – ein Anstoß, den UNIQA im Beratungsgespräch mitgegeben hat, ohne Umsetzer zu sein. Über die Tochtergesellschaft UNIQA Sustainable Business Solutions bietet die Gruppe zudem Risikoanalysen durch eigene Risikoingenieure, Carbon-Footprint-Berechnungen und ESG-Reporting für KMUs an, die diese Daten oft für Kund:innen benötigen.
94 % der bei UNIQA versicherten österreichischen Firmen sind Ein-Personen-Unternehmen oder KMU. UNIQA launcht für dieses Segment demnächst ein neues Produkt, an dem sich der Start der österreichischen Kampagne orientiert. Digitale Selbstbedienung soll dabei helfen, Beratung zu skalieren: Über das Portal „UNIQA Business“ – der erste App-Zugang seiner Art am Markt – können Kleinunternehmer seit eineinhalb Jahren Schäden melden oder Angebote einholen; mehr als 60.000 österreichische Firmenkunden nutzen es bereits. Am persönlichen Kontakt hält UNIQA dennoch fest: 2.500 Vertriebskolleginnen und -kollegen sowie 4.000 Marktpartner betreuen Firmenkunden vor Ort, auch wenn Verträge inzwischen online abgeschlossen werden können. „In 99,9 % der Fälle wird von Firmenkunden trotzdem noch Beratung angefragt“, sagt Kapfinger. Künstliche Intelligenz setzt neue Maßstäbe bei Geschwindigkeit und Service; entsprechend werden auch die Erwartungen der Kunden weiter steigen, so Böhm-Rybak.
Zwischen einem Ein-Personen-Unternehmen und einem Industriebetrieb sieht sie vor allem graduelle Unterschiede: Kleinere Betriebe könnten schneller auf Veränderungen und Risiken reagieren, hätten aber oft schwerer Zugang zu Finanzierung; große Unternehmen seien träger, jedoch finanzstärker. International sei die Versicherungsdurchdringung geringer als in Österreich – ein Potenzial, das die Kampagne auch dort erschließen soll, wo sie zeitlich gestaffelt ausgerollt wird.
Der Heimatmarkt Österreich unterscheidet sich laut Kapfinger vor allem durch seine Sättigung: In einem Markt, in dem praktisch jeder Betrieb bereits eine Feuer- oder Betriebsunterbrechungsversicherung hat, lasse sich kaum noch über neue Deckungen wachsen, sondern vor allem über Betreuungsqualität. Viele Firmenkunden wünschten sich zudem explizit ein österreichisches Unternehmen als Versicherer – auch weil Schäden dann im Inland und rascher abgewickelt würden, so Kapfinger.
Ziel der „UNIQA 3.0 – Growing Impact“ getauften Konzernstrategie ist, dass Unternehmerinnen und Unternehmer bei jedem Risiko zuerst an UNIQA denken. Interne Befragungen zeigten bisher, dass viele Firmen dabei noch keine konkrete Versicherung im Kopf haben. Böhm-Rybak: „Die Kampagne ist erfolgreich, wenn Firmenkunden UNIQA mit Kompetenz in Risiko- und Versicherungsthemen verbinden.“ Kapfinger: „In Österreich wird die Kampagne schrittweise um zusätzliche Produktlinien ergänzt und damit kontinuierlich weiterentwickelt.“
Foto: Niko Havranek