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Schulbusse gehören in den USA seit Jahrzehnten zum Alltag. Die dahinterliegende Infrastruktur gilt dagegen als veraltet. Genau dort setzt das kalifornische Start-up Zum an. Das Unternehmen digitalisiert den Schülertransport mit künstlicher Intelligenz, Echtzeitdaten und einer Plattform für Schulbezirke. Inzwischen wird Zum mit 1,7 Mrd. US-$ bewertet.
Auslöser für die Gründung war ein persönliches Problem. Ritu Narayan leitete vor rund 13 Jahren bei eBay einen milliardenschweren Geschäftsbereich und suchte gleichzeitig nach einer zuverlässigen Möglichkeit, ihre Kinder zur Schule und Betreuung zu bringen. Weder private Fahrdienste noch das bestehende Schultransportsystem erfüllten ihre Anforderungen. Gemeinsam mit ihren Brüdern Vivek und Abhishek Garg gründete sie daraufhin Zum.
Heute verbindet das Unternehmen klassische Schulbusflotten mit einer digitalen Plattform. Busse werden per GPS und Tablet vernetzt, während Eltern und Schulen den Standort der Fahrzeuge in Echtzeit verfolgen können. Die Technologie erinnert an Fahrdienst-Apps wie Uber, ist jedoch speziell für den Schülertransport entwickelt.
Seit der Gründung im Jahr 2015 entwickelte sich Zum zu einem Unicorn. Das Unternehmen sammelte 430 Mio. US-$ von Investoren ein und erreichte zuletzt eine Bewertung von 1,7 Mrd. US-$. Der Umsatz lag 2025 bei 333 Mio. US-$, ein Plus von 35 % gegenüber dem Vorjahr. Rund 5.000 Schulen in den USA nutzen inzwischen die Plattform.
Der Markt bietet erhebliches Potenzial. Jährlich geben die USA rund 40 Mrd. US-$ für den Schülertransport aus. Gleichzeitig führen Fahrermangel, ineffiziente Routen und unterschiedliche regionale Systeme dazu, dass viele Schüler nicht mit dem klassischen gelben Schulbus zur Schule fahren. Genau diese Ineffizienzen will Zum beseitigen.
Das Unternehmen übernimmt nicht nur die Software, sondern betreibt auch Busdepots, kauft Fahrzeuge und beschäftigt Fahrer. Mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert die Plattform bestehende Routen und optimiert Fahrzeiten, Auslastung und Kosten. Disponenten erhalten eine Live-Übersicht der gesamten Flotte, während Eltern den Standort des Schulbusses in Echtzeit verfolgen können.
Nach Angaben des Unternehmens reduziert dieser Ansatz langfristig die Betriebskosten. Im Schulbezirk von San Francisco verringerte Zum die Busflotte im Rahmen eines Fünfjahresvertrags im Wert von 150 Mio. US-$ von 236 auf 193 Fahrzeuge. Das entspreche Einsparungen von rund 3,5 Mio. US-$ pro Jahr.
Auch der Oakland Unified School District stellte seinen Schülertransport auf die Plattform um. Zuvor liefen Änderungen von Abholorten oder Verspätungen überwiegend per Telefon und Fax. Seit Einführung der digitalen Infrastruktur erfolgen Kommunikation und Routensteuerung zentral über die Plattform.
Derzeit ist Zum in 18 US-Bundesstaaten aktiv. CEO Ritu Narayan erwartet eine schrittweise Expansion in weitere Regionen. Langfristige Verträge mit Schulbezirken machen das Geschäftsmodell auch für Investoren attraktiv. Zu den frühen Geldgebern gehört unter anderem Sequoia Capital.
Aus Sicht des Unternehmens liegt der Wettbewerbsvorteil nicht allein in der Software. Zum kontrolliert große Teile der Wertschöpfungskette – von den Fahrzeugen über die Fahrer bis zur KI-gestützten Routenplanung. Dadurch unterscheidet sich das Modell von klassischen Fahrdienstplattformen und lässt sich nach Einschätzung der Investoren nur schwer kopieren.
Für Narayan begann alles mit einem organisatorischen Problem im Familienalltag. Daraus entstand innerhalb eines Jahrzehnts ein Technologieunternehmen, das den Schülertransport in den USA grundlegend modernisieren will.
Text: Maggie McGrath
Foto: Cody Pickens für Forbes