Wie smart ist die Stadt?

Vernetzte Städte versprechen Vorteile – Ressourcenschonung, Kosteneinsparungen. Damit eröffnet sich auch ein riesiges Geschäftsfeld für globale IT-Konzerne. Doch darüber, was diese in Smart Cities bezwecken, herrscht noch wenig Klarheit. Genauso sind Fragen des Datenschutzes offen.

Songdo New City ist durch und durch smart. Zumindest auf den ersten Blick. In diesem Teil der südkoreanischen Dreimillionenstadt Incheon regieren Daten das Tagesgeschehen. Songdo ist gespickt mit Sensoren und Chips. Sensoren, die in Gebäuden und Infrastruktur verbaut sind, regulieren Energie- und Stromverbrauch. Ampeln, die sich nach dem Verkehr richten, sollen diesen fließen lassen, die Straßenbeleuchtung springt nur an, wenn Menschen unterwegs sind. Doch die digitale Vernetzung spielt sich nicht nur auf den Straßen ab. Sie dringt bis in Privatwohnungen vor. Mittels virtueller Räume können Nachbarn miteinander kommunizieren, in Fernseher eingebaute Kameras ermöglichen die Kommunikation mit der Verwaltung. Überhaupt finden sich Kameras überall in der Stadt, vom öffentlichen bis in private Räume; das Sicherheitskonzept für die Bewohner bekommt so einen ganz eigenen Beigeschmack. Der Abfall wird direkt in ein unterirdisches Röhrensystem entsorgt und dort recycelt oder zur Energiegewinnung verbrannt. Eine eigene Müllabfuhr gibt es nicht. Kurzum: Egal, was die Bürger tun, es wird erfasst.

Die Daten fließen direkt in ein städtisches Kontrollzentrum – vor einem riesigen Bildschirm werden sie in real-time aufgearbeitet. Noch wird dieses Steuerungszentrum von Menschenhand bedient. Wenn es erst einmal das nächste Level erreicht – also auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Maschinen die Kontrolle übernehmen – werden sich weitreichende Fragen stellen. Doch Songdo besteht nicht nur aus Technik. Parks und Grünflächen säumen das Areal, auf Kanälen fahren elektrobetriebene Wassertaxis, die „grüne“ Stadt wird großgeschrieben. Hinter diesen Entwicklungen steckt der Wunsch, die Stadt effizient, nachhaltig, klima- und ressourcenschonend zu gestalten. Bis zu 30 Prozent weniger an Energie soll sie verbrauchen, wenn sie wie geplant 2020 fertiggestellt ist – so heißt es. Je nach Medienberichten leben bereits zwischen 30.000 und 70.000 Einwohner in Songdo und nehmen ihr Umfeld tatsächlich gut an.

Songdo ist ein Kuriosum. Die Planstadt wurde 2003 regelrecht aus dem Boden gestampft, Millionen Tonnen Sand in das Watt des Gelben Meeres geschüttet. Zudem ist an der Entstehung des Songdo International ­Business District (IBD), so der Name der ­bebaubaren Flächen, der IT-Konzern Cisco maßgeblich beteiligt. Ein eigenes Cisco Innovation Center kooperiert mit Start-ups, Universitäten und Entwicklern. Mittels des Internet of Everything (der datentechnischen Einbeziehung von Dingen, Menschen und Services, Anm.) wird derzeit nach den besten Lösungen im Transport- und Gesundheitswesen gesucht. Eine Tatsache, die von manchen internationalen Smart-City-Experten kritisch beäugt wird. Denn kann eine Baukastenstadt, die primär auf Technologie setzt, zukunftsfit bleiben? Reicht es, Soft- und Hardware regelrecht in eine Stadt zu verpacken und städtische Probleme losgelöst, aus Unternehmenssicht zu betrachten? Das Kooperationsprojekt Songdo zeigt, wie Stadtentwicklung in Zukunft aussehen könnte: 2011 schlossen der Real Estate Developer New Songdo International City Development LLC (NSIC) mit Sitz in Incheon und Cisco Verträge über die Implementierung diverser Cisco-Technologien ab. Kostenpunkt für das kalifornische Unternehmen: 47 Millionen US-$. NSIC wurde 2002 als Joint Venture ins Leben gerufen. Es besteht aus dem amerikanischen Bauträger Gale International und dem koreanischen Stahl­unternehmen Posco E&C, einem der größten Stahlerzeuger weltweit. Insgesamt kostete der Bau der Wohn- und Bürotürme in Songdo bisher rund 35 Milliarden US-$.

Trotz berechtigter Kritik wird Songdo auch als „intelligenteste Stadt der Welt“ oder Vorzeige-Smart-City bezeichnet. Natürlich primär von den Planern selbst, wie etwa Tom Murcott, Executive Vice President von Gale. Doch auch andere – europäische – Metropolen lechzen nach mehr Lebensqualität. Das ist wenig verwunderlich, stehen Städte doch weltweit vor weitreichenden Herausforderungen. Nach UN-Prognosen werden 2050 rund 70 Prozent der Menschen in Städten leben – das bedeutet einen Anstieg von 2,7 Milliarden Personen. Derzeit werden 75 Prozent der CO2-Emissionen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in Städten verursacht, drei Viertel aller Energie verbraucht. Urbane Lebensräume werden komplexer, städtische Planung, Verwaltung und Kontrolle verlangen einen neuen Denkansatz. Händeringend wird nach einem Patentrezept gesucht – neue Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Cloud-Systeme und das Internet of Things (IoT) versprechen Effizienz und vor allem, und das ist für Regierungen besonders interessant: Kosteneinsparungen. Von Dublin über Oslo und Wien bis nach New York und Nairobi wird an Smart-City-Konzepten gearbeitet. Diese Städte sind historisch gewachsen, was die Umsetzung schwieriger macht; im Gegensatz zu Planstädten im asia­tischen Raum, wo diese – wie Songdo – vermehrt auf dem Reißbrett entstehen. In China haben derzeit rund 300 Städte Pilotprojekte gestartet, weitere 300 sollen bereits Verträge mit Technologie-Riesen abgeschlossen haben, darunter Ant Financial und Tencent.

„Ich bevorzuge mehr den Begriff ‚senseable‘ als ‚intelligent‘ oder ‚smart‘. Dieser konzentriert sich auf die menschliche Seite – im Gegensatz zur technologischen. Aber wie auch immer man es nennt: die Senseable City ist die Manifestation eines breiten technologischen Trends. Das Internet of Things erlaubt uns, mit unserer Umgebung in neuer Form zu interagieren“, beschreibt der Architekt und Ingenieur Carlo Ratti, der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston lehrt und das Senseable City Lab leitet. Eine international einheitliche Definition ­einer Smart City gibt es nicht. Inflationär verwendet wird der Begriff trotzdem. Das sagt einiges über die grundlegende Problematik aus: Wie fundiert kann eine Strategie ohne geklärte Begrifflichkeit sein? Oder wird dies gar bewusst von Stakeholdern – Regierungen, Gemeinden, Technologie- und Energiekonzernen, Automobilunternehmen, Forschungseinrichtungen – offengelassen? Andererseits ist klar: Bei der Frage, welche Tätigkeitsfelder am dringlichsten zu bearbeiten sein werden, kommt es auf die sich stark unterscheidenden Gegebenheiten von Städten an. Die Studie „Mapping Smart Cities in the EU“ aus dem Jahr 2014 hat folgende „working definition“ herausgearbeitet: „Eine Smart City ist eine Stadt, die anstrebt, öffentliche Agenden mittels IKT-Lösungen auf Basis einer Multi-Stakeholder- und kommunal fundierten Partnerschaft anzugehen.“ Wirklich viel gesagt ist damit noch nicht. Fest steht jedenfalls, dass die verschiedensten Teilbereiche einer Stadt digital transformiert werden sollen: Mobilität und Verkehrswesen, Energieversorgung, öffentliche Verwaltung, Bildung, Gesundheit, Wohnbau und Stadtentwicklung.

Tatsächlich wurde in jüngster Zeit vieles vernetzt gebaut, mit teilweise beachtlichem Erfolg: Barcelona, das in internationalen Smart­City-Rankings immer weit vorne zu finden ist, setzt auf eine bürgernahe Digitalstrategie, um die Wirtschaft anzukurbeln. Diesen Ansatz verfolgte die katalanische Stadt bereits unmittelbar nach der Finanzkrise 2008. Nach stadteigenen Berechnungen hat Barcelona seit Einführung diverser IoT-Systeme 58 Millionen US-$ beim Wasserverbrauch sowie 37 Millionen US-$ jährlich durch „smart lighting“ gespart und 47.000 neue Jobs geschaffen. Im luxemburgischen Esch-sur-Alzette wird mittels smarten Zählern künftig der Energie-, Gas- und Wasserverbrauch der Haushalte und kommunalen Einrichtungen automatisch ausgewertet und so optimiert. Sowohl hier als auch in Barcelona stammt die Software großteils von Microsoft. In Kopenhagen steht „Connected Copenhagen“ für eine Verringerung von 20 Prozent der Kohlenstoffemissionen sowie jährlichen Einsparungen von 600 Millionen €. Die Ziele sind ambitioniert: 2025 soll die dänische Hauptstadt bereits frei von Kohlenstoff sein.

Eigentlich passen diese (digitalen) Entwicklungen genau in das Selbstverständnis von Städten, die historisch gesehen immer ein Ort der Innovation, Provokation und des Neuen waren. Doch das Versprechen von Smart Cities, den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken, gerät dadurch ins Wanken. Denn Kreativität, soziale Kooperation, Ideenreichtum und die Einbindung in Entscheidungsprozesse kann nicht allein über IKT generiert werden. Unglaubliche 1,56 Billionen US-$ Marktpotenzial liegen bis 2020 im Smart-City-Geschäft, so eine Studie von Frost & Sullivan. Unternehmen, die smarte Lösungen implementieren, könnten außerdem globale Einsparungen von 946,5 Milliarden US-$ erzielen. Es liegt also nahe, dass in Zukunft vor allem globale IT-Unternehmen von der attraktiven Geschäftsmöglichkeit Smart City profitieren werden. Den Anfang machte IBM mit seinem „Smarter Planet“-Programm 2008, das beispielsweise in Rio de Janeiro umgesetzt wurde. IBM hat in der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole ein „Intelligent Operations Center“ installiert. Alle relevanten Stadtinformationen laufen in einem riesigen Kontrollzentrum zusammen, so kann etwa – anhand von Verkehrsdaten – der Zustand der öffentlichen Straßen besser überwacht werden. Von Spitälern bis zu Polizeistationen – auch höchst persönliche Daten von Bürgern werden in diesem städtischen „Gehirn“ gesammelt. Mangelnde Transparenz darüber, welche Daten genau aufbewahrt werden und wer Einblick in diese erhält, generierte auch negatives mediales Echo.

Neben Cisco, vertreten in Manchester oder Hamburg, hat auch Microsoft eine „Microsoft CityNext“-Initiative. Siemens und SAP bieten ebenfalls Produkte für die smarte Stadt­entwicklung an. „Ich sehe das kritisch, wenn IT-Unternehmen mit Smart Cities ein neues Marktfeld für sich kreieren, in dem sie eine Stadt wie einen Betrieb abbilden. Sie haben in der Regel keinen sozialen Ansatz“, sagt Thomas Riesenecker-Caba, Geschäftsführer der ­Forschungs- und Beratungsstelle FORBA; seit 25 Jahren beschäftigt er sich dort mit Technikgestaltung und Datenschutz. Riesenecker-Caba fordert ein Umdenken der Tech-Unternehmen. Einer seiner Kritikpunkte ist, dass sie städtische Produktportfolios beliebig erweitern könnten und somit bloß auf Produktvertreibung an die Städte abzielen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie die Partizipation der Bürger in einer Smart City funktionieren kann. Online-Bürgerservices, Digitalisierung der kommunalen Verwaltungs­apparate und Online-Partizipationsplattformen sind einige Schlagwörter, die Abhilfe versprechen. Was aber, wenn nur manche Bürger in einer Smart City Zugang zu diesen Technologien haben und andere davon abgeschnitten sind?

Das sind Argumente, die Verena Riessberger, Public Sector Lead bei Microsoft Österreich, so nicht gelten lässt. „Die Impulsketten der digitalen Transformation sind eng miteinander verknüpft, deshalb muss bei Smart-City-Lösungen immer ein signifikanter Vorteil für die Bewohner im Vordergrund stehen. Beispielsweise müssen kostenlose Internetzugänge allen Bürgern in ,intelligenten‘ Fußgängerzonen zur Verfügung stehen und dürfen keine Beschränkungen aufweisen.“ Als gelungenen Mix aus sozialer und technischer Innovation nennt sie London, Barcelona und Amsterdam – Letztere zwei sind mit Cloud-Computing-Lösungen von Microsoft ausgestattet. „Die Digitalisierung von Städten ist das große Trendthema der kommenden Jahre und birgt ein enormes Potenzial hinsichtlich Wertschöpfung und unternehmerischer Diversifikation. ­Aktuell evaluieren nahezu alle Plattformanbieter dieses neue Geschäftsmodell, um bestmöglich an künftigen Smart-City-Geschäftsmodellen zu partizipieren.“ Ein globales Kräftemessen der IT-Unternehmen sieht Riessberger nicht. Trotzdem wird der Markt in den kommenden Jahren wahrscheinlich stärker umkämpft sein und demnach der Wettbewerb schärfer werden. Laut Riessberger erwartet die Yale University, dass 2027 noch einige globale Player von den im Aktienindex S&P 500 vertretenen Unternehmen (Aktienindex, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst – darunter Facebook, Visa, Merck und Pfizer; Anm.) auf diesen Zug aufspringen werden. Interessant ist, dass Microsoft im Kontext der Smart Cities nicht nur Technologien bereitstellen, sondern befähigen will – sich also als „Enabler“ versteht. „Unsere Innovationen und Lösungen sollen in allen Bereichen des täglichen Lebens präsent sein.“

Dass dadurch vielleicht Angst vor einer Dominanz der und Abhängigkeit von Technologiekonzernen entsteht, ist also verständlich. Je mehr Infrastruktur wie Energie, öffentlicher Verkehr, Trinkwasserversorgung oder Telekommunikation in ihre (digitalen) Hände wandert, desto dringlicher wird das Thema der Ausfallsicherheit. Denn gerade diese Bereiche gehören zu den zentralen Lebensadern einer Stadt. Sollten sie einmal gekappt werden, steht alles still. Und spätestens dann ist das städtische Tech-Gehirn in keinster Weise mehr smart. In ähnlicher Weise stellt sich die Frage, was passiert, wenn Unternehmen, die in Smart Cities involviert sind, insolvent werden oder sich vollends zurückziehen. In Deutschland etwa ist 2015 ein geändertes IT-Sicherheitsgesetz in Kraft getreten, das vorschreibt, dass IT-Infrastrukturen so ausgestaltet sein müssen, „dass bei Ausfall oder Beeinträchtigung keine Versorgungsengpässe oder sogar die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit drohen. Das betrifft etwa Energieversorger, Unternehmen in der Telekommunikationsbranche und Anbieter in Transport- und Verkehrswesen“, so eine Anfang 2016 veröffentlichte IT-Studie. Diverse Infrastrukturbetreiber sind also verstärkt gefordert, ihre sensiblen Systeme vor Cyber­attacken zu schützen und entsprechende Sicherheits­vorkehrungen einzuführen. „Diese Infrastrukturmaßnahmen brauchen ein Monitoring. Die handelnden Konzerne haben sich hier noch zu wenige Gedanken gemacht“, hakt IT-Experte Riesenecker-Caba ein. Microsoft hat sich laut Riessberger hingegen sehr wohl Gedanken gemacht – sie unterstreicht besonders die Vorteile des Cloud-basierten Datenspeichers. Moderne Microsoft-Rechenzentren sind vor unberech­tigten Datenzugriffen geschützt und können etwa eine ausfallsichere Energieversorgung garantieren. Außerdem würden die Microsoft-Server laufend gegen die neuesten Sicherheitslücken gepatcht, so Riessberger. Jährlich werde eine Milliarde US-$ in Forschung und Entwicklung von Sicherheitssoftware gesteckt.

Doch auch auf einer Ebene darunter sieht Riesenecker-Caba noch Baustellen: „Man muss sich vor allem in Europa überlegen, in welcher Form Daten an IT-Konzerne weitergegeben werden – sowohl personenbezogene als auch anonymisierte.“ Denn auch bei Meta-Daten – etwa beim Kauf eines E-Tickets für öffentliche Verkehrsmittel – könne nicht ausgeschlossen werden, dass damit Rückschlüsse auf die Identität einzelner Bürger möglich sind: „Im öffentlichen Nahverkehr ergibt es Sinn, zu analysieren, wie Bewegungsströme generell aussehen – aber nicht, wer zu einem gewissen Zeitpunkt von A nach B fährt.“ Im ersten Schritt muss somit überprüft werden, in welchen Bereichen die Erhebung personenbezogener Daten überhaupt notwendig sei, und wenn sie erhoben werden, müsse strikte Transparenz für den Bürger darüber bestehen. Internationale Smart-City-Experten schlagen in dieselbe Kerbe. Der amerikanische IT-Spezialist und Urbanist Adam Greenfield formulierte es besonders scharf auf einer Konferenz in Wien: „In Asien interessiert sich niemand für den Datenschutz. Das sollte uns allen Sorgen machen, denn diese Technologien werden nicht in Europa, sondern im Silicon Valley, in Seoul und Tokio entwickelt.“

Im „Smart City Readiness Guide“ des Smart Cities Council aus dem Jahr 2015 wird besonders das Recht auf Datenschutz betont. Daran sind Unternehmen wie IBM, Microsoft und Cisco führend beteiligt. Es scheint also zumindest so, als hätten die Tech-Riesen die Tragweite des Datenschutzes erkannt. „One of the greatest challenges for smart city leaders is to reassure residents that their rights will be respected and their data protected“, lautet dort einer der Kernpunkte. Verena Riessberger bekräftigt dies: „Wenn es um sensible, personenbezogene Daten geht, ist es wichtig, grundlegenden Bedenken bezüglich der Digitalisierung entgegenzuwirken und Vertrauen zu schaffen. Viele Bürger und Städte haben derzeit noch Sorgen hinsichtlich Cloud-Lösungen, da Infrastrukturen nicht direkt am jeweiligen Standort untergebracht sind.“ Sie verweist außerdem wiederum auf Partizipationsmodelle als Möglichkeit, Vertrauen zu schaffen. Vorschläge für eine konkrete Umsetzung fehlen aber. Mehr Bewegung könnte die EU-Daten­schutzverordnung bringen, die im Mai 2018 in Kraft tritt. Diese sieht in Artikel 25 „Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen“ vor, was (auch) direkt an Unternehmen adressiert ist. Sicher ist: Die Städte der Zukunft werden mit Daten umgehen lernen müssen, genauso wie die Bürger. Könnte die Hoheit über die eigenen Daten für kommende Generationen sogar zu einer Art Statussymbol, wie etwa früher das Auto, werden? MIT-Professor Ratti schließt das aus: „Der schwedische Soziologe Thorstein Veblen fand vor 100 Jahren heraus, dass Familien teure Autos kauften, um sich vor allem mit ihnen – als Statussymbol – zu präsentieren. In der Zukunft und mit Technologien wie dem Internet und Social Media gibt es hingegen einen Paradigmenwechsel. Das Teilen ist dort der Schlüssel.“

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Editorial Team

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