Wiener Scale-up Waterdrop sammelt über 100 Mio. € ein

Mit Aspeya, Atlantic Grupa und Ski-Star Aleksander Aamodt Kilde als Neuinvestoren will Waterdrop seine Expansion in Europa beschleunigen und das Direct-to-Consumer-Geschäft ausbauen.

Das Wiener Scale-up Waterdrop hat eine Finanzierungsrunde über mehr als 100 Mio. € abgeschlossen. An der Runde beteiligten sich Aspeya, ein auf Wellness spezialisiertes Unternehmen unter der Eigentümerschaft von Philip Morris International (PMI), sowie die börsennotierte Lebensmittel- und Getränkegruppe Atlantic Grupa aus Zagreb. Als Einzelinvestor stieg zudem der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde ein. Die Neuinvestoren ergänzen eine Gesellschafterliste, zu der die in Singapur ansässige Investmentgesellschaft Temasek, die Unternehmen Döhler und Bitburger sowie eine Reihe internationaler Athleten gehören. Das frische Kapital soll in erster Linie die Europa-Expansion vorantreiben, das Retail-Geschäft ausbauen und die Direct-to-Consumer-Aktivitäten in wichtigen Märkten skalieren. Laut Unternehmensangaben werden hier bereits 70 % der Umsätze über den Online-Shop erzielt. Parallel dazu ist auch eine Investition in die Produktentwicklung geplant.

CEO Martin Murray kommentiert in einer Pressemeldung: „Aspeya und Atlantic Grupa bringen die strategische Tiefe, die Vertriebskraft und die langfristige Überzeugung mit, die dieses nächste Kapitel erfordert. Wir sind profitabel, wir wachsen, und mit diesen Partnern an unserer Seite sind wir bereit, schneller voranzugehen. Und weiter zu kommen, als je zuvor.“

Atlantic Grupa ist für Waterdrop kein neuer Partner. Die Gruppe arbeitete bereits als Distributionspartner in Österreich, Kroatien, Serbien und Slowenien mit dem Wiener Unternehmen zusammen. Mit einem achtstelligen Investment steigt sie nun als Gesellschafterin ein und erhält einen Sitz im Investitionsausschuss. Lada Tedeschi, Group Vice President Corporate Strategy and Investments, erklärt: „Diese Investition ist Ausdruck unserer Überzeugung in das langfristige Potenzial von Waterdrop und unseres Engagements, es gemeinsam in Europa und darüber hinaus weiterzuentwickeln.“

Waterdrop wurde 2016 von den Brüdern Martin (CEO) und Henry Murray (CMO)  und Christoph Herrmann (Chief Product & Operations Officer) in Wien gegründet. Die Idee entstand 2015 auf einem Geschäftsflug, auf dem Martin Murray über die Ineffizienz der klassischen Getränkelogistik nachdachte. In Interview mit Forbes aus 2023 sagte Henry Murray ,U30-Alumnus aus dem Jahr 2017: „Seit gut 70 Jahren hat sich die Getränkeindustrie kaum verändert: Es werden Getränke in Flaschen abgefüllt, die mühsam in Geschäfte transportiert werden, bevor sie vom Konsumenten gekauft werden. Das ist nicht nur teuer, es entsteht dabei auch viel Müll.“

Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich das Waterdrop-Produkt: kleine Würfel aus Frucht- und Pflanzenextrakten, frei von Zucker und künstlichen Konservierungsstoffen, die sich in Wasser auflösen und laut dem Unternehmen auch funktionale Inhaltsstoffe liefern. Früh setzte das Gründertrio auf Social-Media-Marketing, Pop-up-Stores und Design als Wettbewerbsvorteil. Als Vorbild nannte Martin Murray im Forbes-Interview Apple: „Wir wollten von Anfang an ein schönes Produkt entwerfen, das auch ein gutes Kundenerlebnis mit sich bringt.“

Heute, zehn Jahre nach der Gründung, verzeichnet Waterdrop nach eigenen Angaben weltweit mehr als fünf Millionen Online-Kunden, einen Jahresumsatz von rund 150 Mio. €. 2025 schloss es erstmals ein Geschäftsjahr profitabel ab. Das Unternehmen ist in über 20.000 Verkaufsstellen gelistet und betreibt rund 50 eigene Stores in Europa, den USA, Japan und Australien. Als offizieller Hydration Partner  sponsert Waterdrop inzwischen auch die Australian Open und die ATP Tour.

Mit der neuen Finanzierungsrunde will Waterdrop seine Position als Marktführer im Bereich funktionaler Hydration weiter ausbauen. Martin Murray wird in der Pressemeldung zitiert: „Wir haben zehn Jahre lang etwas aufgebaut, von dem wir wirklich überzeugt sind: eine Marke, die es Menschen einfacher und angenehmer macht, mehr Wasser zu trinken, und ein Unternehmen, das sich sein Wachstum verdient hat.“

Fotos: Katharina Gossow

Forbes Editors

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