WM 2026: Die Zahlen hinter dem Milliarden-Geschäft

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist nicht nur das größte Turnier der Geschichte. Hinter dem Wettbewerb steht ein Milliardenmarkt aus Medienrechten, Sponsoring, Ticketverkäufen und Preisgeldern. Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick.

Noch 25 Nationalteams kämpfen um den WM-Titel – darunter mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi auch zwei Milliardäre. Für den Sieger winken ein Pokal mit einem Materialwert von rund 713.000 US-$ sowie 50 Mio. US-$ Preisgeld. Doch diese Summen bilden nur einen kleinen Teil der wirtschaftlichen Dimension der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Mit dem neuen Turnierformat wurde das Teilnehmerfeld erstmals auf 48 Mannschaften erweitert. Dadurch qualifizierten sich 32 Teams für die K.-o.-Phase – doppelt so viele wie bei den vergangenen zehn Weltmeisterschaften. Gleichzeitig sorgte das neue Format bereits für Überraschungen: Deutschland und die Niederlande schieden früh aus, während Paraguay und Marokko den Einzug ins Achtelfinale schafften. Das Finale findet am 19. Juli im New York New Jersey Stadium statt – dem für die Weltmeisterschaft umbenannten MetLife Stadium.

Cristiano Ronaldo und Lionel Messi schreiben dabei nicht nur sportlich Geschichte. Laut Forbes sind sie die einzigen aktiven Fußballspieler mit einem Milliardenvermögen. Ronaldo wird auf 1,2 Mrd. US-$, Messi auf 1,1 Mrd. US-$ geschätzt. Neben ihnen gelang dies während einer aktiven Karriere bislang nur LeBron James und Tiger Woods. Ronaldo ist mit geschätzten 300 Mio. US-$ Einnahmen innerhalb der vergangenen zwölf Monate zugleich der bestbezahlte Sportler der Welt und der höchstbezahlte Spieler dieser Weltmeisterschaft.

Auch steuerlich stellt das Turnier Spieler, Trainer und Offizielle vor Herausforderungen. Da die Spiele in 16 Städten in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden, gelten unterschiedliche nationale, regionale und kommunale Steuervorschriften. So erhebt beispielsweise Philadelphia auf dort erzielte Einkommen von Nichtansässigen einen Steuersatz von 3,43 %, Kansas City zusätzlich 1 %.

Sportlich prägen bislang Lionel Messi und Kylian Mbappé das Turnier. Beide führen mit jeweils sechs Treffern die Torschützenliste an, gefolgt von Erling Haaland mit fünf Toren. Messi und Ronaldo bestreiten zudem ihre sechste Weltmeisterschaft – ein Rekord. Während Messi bislang 29 WM-Spiele absolvierte und insgesamt 19 Tore erzielte, traf Ronaldo als erster Spieler überhaupt bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften.

Die wirtschaftliche Dimension der Weltmeisterschaft zeigt sich besonders beim Ticketverkauf. Für Premiumtickets des Finales verlangte die FIFA im Mai offiziell bis zu 32.970 US-$. Auf der offiziellen Wiederverkaufsplattform wurden einzelne Plätze zeitweise sogar für 2,3 Mio. US-$ angeboten. Selbst die günstigsten Finaltickets kosteten zuletzt knapp 11.000 US-$. Hinzu kommen exklusive Hospitality-Angebote: Sitzplätze direkt am Spielfeld werden für Gruppen ab 1 Mio. US-$ angeboten, Logen für 24 Personen kosten mindestens 1,44 Mio. US-$. Wer bei der Pokalübergabe auf dem Rasen dabei sein möchte, zahlt 600.000 US-$ pro Person.

Auch abseits der Eintrittskarten entstehen erhebliche Zusatzerlöse. Für Parkplätze wurden in Los Angeles laut Forbes bis zu 300 US-$ pro Spiel verlangt. Hotelpreise liegen an Spieltagen rund 50 % über dem üblichen Niveau, Bier kostet in einzelnen Stadien mehr als 20 US-$. Selbst für eine personalisierte Einblendung auf den Stadionvideowänden verlangt die FIFA 79 US-$ zuzüglich Steuern.

Zu den Überraschungen des Turniers zählt Kap Verde. Der Inselstaat mit rund 500.000 Einwohnern ist das bevölkerungsärmste Land, das jemals die K.-o.-Phase einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht hat. Nach Unentschieden gegen Saudi-Arabien, Spanien und Uruguay trifft die Mannschaft nun auf Argentinien.

Der WM-Pokal selbst besitzt einen Materialwert von rund 713.000 US-$. Er besteht aus knapp 11 Pfund 18-karätigem Gold und ist aufgrund des gestiegenen Goldpreises heute mehr als zweieinhalbmal so viel wert wie noch bei der Weltmeisterschaft 2022. Die Trophäe wird außerhalb des Turniers im FIFA-Museum in Zürich aufbewahrt.

Auch die Fernsehreichweiten entwickeln sich auf Rekordniveau. Das Auftaktspiel der USA gegen Paraguay erreichte beim US-Sender Fox durchschnittlich 18 Mio. Zuschauer und war damit die meistgesehene englischsprachige Übertragung eines Männer-Länderspiels in den USA. Telemundo verzeichnete für die spanischsprachige Übertragung des Eröffnungsspiels 13 Mio. Zuschauer. Weltweit rechnet Forbes damit, dass die Weltmeisterschaft insgesamt mehr als 5 Milliarden Zuschauer erreicht und das Finale zeitweise bis zu 7 % des weltweiten Internetverkehrs auslösen könnte.

Auch bestehende Sponsorenverträge müssen sich den FIFA-Regeln unterordnen. Das MetLife Stadium trägt während des Turniers offiziell den Namen New York New Jersey Stadium, weil FIFA bei Weltmeisterschaften keine bestehenden Namensrechte von Stadionsponsoren zulässt. Nach Forbes-Schätzungen zahlt MetLife jährlich rund 19 Mio. US-$ für die Namensrechte der Arena – während der Weltmeisterschaft bleibt die Marke jedoch unsichtbar. Die Vorgaben gelten sogar für Straßenschilder und offizielle Mitteilungen der Austragungsorte.

Der wirtschaftliche Umfang der Weltmeisterschaft geht damit weit über den Sport hinaus. Ticketing, Hospitality, Medienrechte und Sponsoring entwickeln sich zunehmend zu den entscheidenden Erlösquellen eines Turniers, das für die FIFA längst eines der profitabelsten Geschäftsmodelle im internationalen Sport darstellt.

Die WM 2026 in Zahlen

  • 13 Mrd. US-$ erwartete FIFA-Einnahmen im Zyklus 2023–2026
  • 3,9 Mrd. US-$ aus Medienrechten
  • Über 3 Mrd. US-$ aus Ticketverkäufen und Hospitality
  • 48 Teams nehmen erstmals teil
  • 104 Spiele werden ausgetragen
  • 50 Mio. US-$ Preisgeld für den Weltmeister
  • 871 Mio. US-$ gesamter FIFA-Preisgeldtopf
  • 3,8 Mrd. US-$ FIFA-Budget für die WM 2026
  • 2 Milliardäre stehen auf dem Platz: Cristiano Ronaldo und Lionel Messi
  • 32.970 US-$ kostet ein Premiumticket für das Finale
  • 713.000 US-$ beträgt der Materialwert des WM-Pokals

Text: Brett Knight
Foto: Getty Images

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