WOLKIG, MIT AUSSICHT AUF ERFOLG

Cloudbasierte Telekommunikationsanwendungen erlebt in den letzten Jahren einen Boom – so auch Anbieter wie Zadarma. CMO Dmitry Tokar und CTO Vitalii Chupryna, die das mittlerweile in 160 Ländern tätige Unternehmen leiten, wollen ihre Strategie – „minimale Kosten zu bestmöglichem Service“ – weiterhin umsetzen.

Viele Unternehmen arbeiten derzeit aufgrund von Covid-19 aus dem Homeoffice, Geschäftsreisen sind selten, Meetings werden online abgehalten. Innerhalb von kurzer Zeit wurden so eigentlich für nicht digitalisierbar gehaltene Prozesse kurzerhand ins Internet verlegt – die Krise wirkte als Katalysator für die Digitalisierung. Bei Zadarma, einem Anbieter für cloudbasierte Telekommunikationsanwendungen, sieht die Situation jedoch etwas anders aus: Denn das Unternehmen mit Hauptsitz in Bulgarien ist seit der Gründung 2006 darauf ausgelegt, von diversen Standorten weltweit zu agieren.

Neue Projekte werden über digitale Meetings, Calls und Chats umgesetzt und etwa einmal alle zwei Jahre treffen sich alle 89 Mitarbeiter samt Familien in einem Resort zum „Company Retreat“. Die Coronakrise verändert die Art der Arbeit des Unternehmens also nicht – fast nicht. Denn Vitalii Chupryna (im Bild rechts), Mitgründer und Chief Technical Officer (CTO) bei Zadarma, sitzt aufgrund der Pandemie mit Dmitry Tokar (Bild links), Mitgründer und Chief Marketing Officer (CMO), in Spanien fest, als wir die beiden per Videointerview für diesen Artikel „treffen“. „Die Idee, das Unternehmen zu gründen, kam von Dmitry“, sagt Chupryna. 14 Jahre später ist aus einem Zwei-Mann-Unternehmen ein in über 160 Ländern genutzter cloudbasierter Telekommunikationsanbieter mit 1,6 Millionen registrierten Kunden und einem Jahresumsatz von über 15 Millionen € (2019) geworden.

Dmitry Tokar
... absolvierte einen MBA in Marketing an der Kyiv National University of Trade and Economics, Vitalii Chupryna ein Studium in System Analysis and Management an der Classic Private University in der Ukraine. 2006 gründeten die beiden den cloudbasierten Telekommunikationsanbieter Zadarma und leiten seither die Geschäfte des Unternehmens, das zwölf Standorte in sechs Ländern hat und Kunden in über 160 Ländern aufweist.

Angefangen hat alles 2006, als Chupryna und Tokar zusammen bei einem Serviceanbieter tätig waren. Für Chupryna war es der erste Job, den er neben seinem Masterstudium in System Analysis and Management an der Classic Private University in der Ukraine hatte; Tokar absolvierte einen MBA in Marketing Management an der Kyiv National University of Trade and Economics und studierte ebenfalls berufsbegleitend. Auf Tokars Idee hin gründete das Duo Zadarma, was auf Deutsch „kostenlos“ bedeutet – im Kern also genau das, was Zadarma ausmacht. Denn das Unternehmen bietet cloud­basierte Lösungen in der Telekommunikation an, sprich: Mit der von Zadarma vergebenen virtuellen Nummer kann ein Unternehmer überall auf der Welt erreicht werden, der Anrufer wählt dazu jedoch immer die gleiche Festnetznummer. Der Vorteil: Egal, wohin das Unternehmen zieht, die Telefonnummer bleibt die gleiche. Selbst bei einer Geschäftsreise in andere Länder bleibt der Telefontarif des Heimatlands aktiv. Für besagte Nummern von Zadarma zahlen Unternehmen zwar je nach Größe bzw. Tarif bis zu 36 € pro Monat, doch die weiteren zentralen Angebote von Zadarma – PBX und ZCRM – sind kostenlos.

Dmitry Tokar, CMO Zadarma

Es gibt kein Wachstum ohne Wandel.

PBX ist eine cloudbasierte Lösung für die komplette telefonische Ausstattung eines Büros oder Unternehmens – es wird also kein zusätzliches Equipment mehr benötigt. Die sogenannte IP-­Telefonie wird dabei nicht nur den Anforderungen von weltweit tätigen Unternehmern gerecht, weil sie ihr Unternehmen von überall auf der Welt aus organisieren und alle ihre Mitarbeiter in einem Netz mit Kunden und Partnern verbinden können, sondern nimmt gerade in Zeiten von Corona eine wichtige Stellung ein. Bereits 2012 veröffentlichte die Deutsche Telekom einen Beitrag, in dem „die Cloud“ als Must-have für die Telekommunikationsbranche gesehen wird. 2017 stellte das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan in einer Markt­umfrage zudem fest, dass 90 % der befragten Führungskräfte globaler Telekommunikationsanbieter in integrierten cloudbasierten Platt­formen einen Ansatz sehen, die Markteinführungszeit zu beschleu­nigen. 63 % denken zudem, dass dieser Ansatz eine Abhängigkeit von knappen Ressourcen verringern kann.

Auch IBM nennt in einem Beitrag mehrere Potenziale der Cloud in Bezug auf Communications Service Providers (CSPs): Darunter finden sich etwa die Punkte Kostenreduktion (es können große Kapazitäts- und Nutzungsauslastungen bewältigt werden, ohne dass da­runter die Qualität leidet); Angebote können schnell an den Markt angepasst und aktualisiert werden; das Service ist für den Endnutzer einfach gestaltet – und die Rechenleistung und die Kapazität der Cloud ermöglichen individuelle Kunden­erlebnisse sowie einen hohen Grad an Vernetzung.

Bei Zadarma ist die cloud­basierte PBX-Lösung jedoch noch nicht alles: 2019 wurde zudem das ZCRM-System eingeführt, ein Tool zur systematischen Ausgestaltung von Kundenbeziehungen. Alle Prozesse, die damit in Verbindung stehen, können automatisiert und in das bereits vorhandene PBX-System integriert werden – unabhängig von der Größe des Unternehmens und dessen Anzahl an Mitarbeitern;
ein Aspekt, der besonders bei der Entwicklung der Tools für Zadarma eine große Rolle spielt. „Wir setzen Projekte so um, dass wir möglichst vielen Kunden helfen können“, sagt Chupryna.

Erst kürzlich launchte Zadarma noch ein weiteres Tool: Videotelefonie. „Wir haben beschlossen, ein Tool für Videokonferenzen zu entwickeln, da unsere Kunden gerade in der Krise solch ein Werkzeug vermehrt brauchen“, so Tokar. Der Vorteil gegenüber anderen, bereits im Markt etablierten Anwendungen für Videotelefonie: Bei Zadarma befindet es sich in einem kompakten Servicepaket mit all den anderen Tools.

Ein weiteres Projekt, Voice Analytics, befindet sich derzeit noch in der Umsetzung und soll in wenigen Monaten marktfähig sein. Jedes einzelne Tool wird dabei bei Zadarma nach sorgfältiger Analyse der Märkte und des Feedbacks der Kunden entwickelt. Die größte Herausforderung? Die unterschiedlichen Zeit­zonen, in denen sich die Mitarbeiter befinden, wie Chupryna sagt. Doch auch hier greifen die beiden Gründer auf cloudbasierte Tools zurück und organisieren ihre Teams virtuell. Und das scheint bisher gut zu funktio­nieren, denn das Portfolio wird ständig erweitert, das Unternehmen wächst. „Unser Hauptanliegen ist es, uns ständig zu erweitern und zu wandeln. Denn es gibt kein Wachstum ohne Wandel“, erklärt Tokar die Strategie.

Aktuell sind mehr als 140.000 Telefonnummern aktiv, PBX hat über 35.000 Nutzer und ein halbes Jahr nach dem Launch von CRM nutzten auch diese Anwendung bereits mehrere Tausend Unternehmen. Zudem importieren weitere Millionen ihre vorhandenen Daten in das System. Das Ziel von Zadarma? „Wir wollen für jedes Unternehmen einen Nutzen stiften“, so Tokar. Und Chupryna ergänzt: „Wir wollen wachsen und in jedem Land bekannt sein.“

Ein ambitioniertes Ziel, das aber durchaus realistisch scheint. Selbst die aktuelle Krise scheint dem Vor­haben bisher nichts entgegen­setzen zu können. Denn obwohl manche Kunden – etwa solche aus den Branchen Tourismus oder Gastronomie – derzeit keine Umsätze generieren, boomt das Geschäft für Zadarma in anderen Bereichen. Das vor allem deshalb, weil Homeoffice derzeit stärker genutzt wird als sonst. Und so weist das Unternehmen auch in der Krise Wachstumsraten von 25 % auf. „Wir versuchen, unser Portfolio zu diversifizieren, damit wir unser Risiko minimieren können“, so Chupryna über den Umgang mit der Krise.

Dazu zählt auch, dass der Anbieter Kunden, deren Geschäftsmodell besonders von Covid-19 betroffen ist, einen Rabatt von bis
zu 50 % anbietet, damit diese auch weiterhin die Services nutzen können. „Wir erwarten, dass sich das Leben bis Ende 2020 oder bis 2021 wieder etwas normalisiert hat und die Einkommensströme dann wieder deutlich zunehmen“, erzählt Chup­ryna weiter. Der Gedanke, auf Staatshilfe zurückzugreifen, kam den beiden nie. Eher sehen sie sich in der Verantwortung, mit ihrem Tun einen Beitrag zu leisten, damit die Wirtschaft angekurbelt wird. „Wir haben gut gewirtschaftet und nie auch nur einen Kredit aufgenommen. Das kommt uns jetzt zugute“, sagt Tokar und lacht. „Wir lehnen uns nicht zurück und genießen den Shutdown, sondern arbeiten hart – und helfen so vor allem auch unseren Kunden.“

Dieser Artikel ist ebenfalls verfügbar in: Englisch

Text: Andrea Gläsemann
Fotos: beigestellt

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