Writing Future Codes

Titelbild: Forbes DACH, Herausgeberin, Heidi Aichinger

Beim Forbes Women’s Summit wird an neuen Codierungen gearbeitet, um den größten Mehrwert aus Diversität zu ziehen. Forbes-Herausgeberin Heidi Aichinger über weniger Perfektion, mehr Mut und schöne Herausforderungen.

Inwiefern steht Forbes für Diversität und Frauenempowerment, wenn die Leser überwiegend ­männlich sind – und auf dem ­Cover ­mehrheitlich Männer abgebildet werden?

Als Medium hat man die Verpflichtung, einen Ausschnitt der Welt so abzubilden, wie er ist. Unser Medium bildet das C-Level genauso ab wie unsere „Forbes 30 under 30“ – und das C-Level ist nun einmal von Männern dominiert. Frauenem­powerment ist bei Forbes kein Thema, sondern selbstverständlich: Frauen wurden schon immer als Teil des Wirtschaftslebens gesehen, seit 1917 schreiben Frauen für Forbes und seit der ersten Ausgabe gibt es die Rubrik „Women in Business“.

Warum initiiert Forbes denn dann den Women’s Summit – nette Marketingkampagne oder wirklicher Mehrwert?

Seit hundert Jahren dürfen Frauen wählen, seit den 70er-Jahren ohne Erlaubnis ihres Ehepartners einen Beruf ausüben. Dafür haben andere Frauen für uns gekämpft – eine Leistung, an die wir auch heute denken müssen. Man kann aber nur etwas verändern, wenn man weiß, wofür man sich einsetzt. Konferenzen wie der Women’s Summit sind dafür da, das Bewusstsein für dieses Thema zu steigern und den Status quo aufzuzeigen. Beim Summit arbeiten wir immer da­ran, zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Wir alle haben unsere blinden Flecken und neigen zur Gewohnheit. Es kann einem daher helfen, den eigenen Weg zu adjustieren oder zu verbessern, indem man sich ansieht und anhört, welche Wege andere einschlagen. Wir haben bei unserer Veranstaltung tolle Teilnehmer, die wirklich etwas zu unserem Thema „Writing Future Codes“ beitragen möchten – dann kann am Ende nur etwas Gutes dabei herauskommen.

Warum ist der Women’s Summit für dich selbst ein Anliegen?

Für mich ist der Summit eine schöne Herausforderung, um die Themen, die wir im Rahmen der Konferenz definieren, auch an mir selbst ab­zuarbeiten und daran zu wachsen. Wir brauchen Herausforderungen, mehr Wissen und bessere Argumente, um gemeinsam Frauen voranzubringen, denn Diversity wird immer Verhandlungs­sache bleiben. Und natürlich habe ich beim Summit auch die Möglichkeit, mich mit Frauen zu umgeben, von denen ich lernen kann, die sehr inspirierend und unheimlich klug sind.

Was wünschst du dir von den ­Frauen dieser Welt?

Eine meiner besten Freundinnen sagt immer: „Den europäischen Frauen geht der Spaß aus.“ Ich ­würde mir wünschen, dass der Blick auf Führung und machtvolle Posi­tionen mit mehr Freude konnotiert ist, und nicht immer nur mit schwierigen Situationen und unendlich viel Arbeit, die es natürlich zweifellos auch gibt. Vielleicht würde auch der Gedanke, dass man nicht immer und überall perfekt sein muss, vielen Frauen den Blick auf eine Führungsposition erleichtern. Frauen, vor allem junge, sollten sich einfach mehr zutrauen und mitgestalten wollen. Es ist ihre Zukunft, und wenn sie es nicht tun, dann erledigt das jemand anderes für sie.

Text: Andrea Gläsemann
Foto: David Visnjic

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