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Amancio Ortega hat aus Mode ein Milliardenvermögen gemacht – und daraus eines der größten Immobilienimperien der Welt gebaut. Mit einem Portfolio im Wert von rund 25 Mrd. US-$, verteilt auf mehr als 200 Objekte in 13 Ländern, ist der Zara-Mitgründer heute der reichste Immobilienbaron der Welt. Seine Strategie: Prime-Standorte, langfristige Mieter, minimale Schulden – und ein System, das Kapital effizient vor Steuern schützt.
Amancio Ortega ist längst mehr als Mode-Milliardär: Der Zara-Mitgründer hat sich still zum größten Immobilieninvestor der Welt entwickelt. Sein Portfolio reicht von Bürohochhäusern über Hotels bis zu Windparks – von Kalifornien bis Südkorea. Dahinter steckt nicht nur ein konservativer Investmentstil, sondern auch eine äußerst effiziente Steuerstrategie.
Im November kaufte Ortega für rund 850 Mio. US-$ in bar das historische Canada-Post-Gebäude in Vancouver – ein Tech-Campus über einen ganzen Häuserblock, mit mehr als 1 Mio. Quadratfuß Bürofläche, vermietet an Amazon. Es war der größte Büroverkauf in der Geschichte Kanadas.
Der Deal war bereits Ortegas 13. Immobilienkauf im vergangenen Jahr. Insgesamt investierte der Spanier, dessen Vermögen auf 141 Mrd. US-$ geschätzt wird, 2025 mehr als 3 Mrd. US-$ in zehn Städten und acht Ländern: sieben Bürogebäude, zwei Hotels, zwei Industrieimmobilien, ein Luxus-Retail-Komplex, ein Apartmentturm sowie eine 49-Prozent-Beteiligung an einem britischen Hafenbetreiber.
Seit dem Börsengang von Inditex im Jahr 2001 investierte der heute 90-Jährige laut Forbes rund 24 Mrd. US-$ in 216 Objekte in fast 100 Märkten – verkauft hat er davon nur zehn.
Forbes analysierte Unternehmensberichte, Grundbuchdaten und Immobilienregister in neun Ländern. Das Ergebnis: ein Portfolio im geschätzten Wert von 25 Mrd. US-$ – mit mehr als 200 Objekten in 13 Ländern. Damit ist Ortega heute der reichste Immobilienbaron der Welt.
Seine Strategie ist klar: Top-Lagen, bonitätsstarke Mieter, kaum Risiko. Ortega kauft Trophy Assets in Prime-Lagen, zahlt meist in bar und verzichtet fast vollständig auf Fremdkapital. Die Bilanz seiner Holding Pontegadea weist für 2024 nur rund 390 Mio. US-$ Schulden aus – das sind gerade einmal 2 Prozent der Vermögenswerte.
Zu seinen bekanntesten Käufen zählen:
- Torre Picasso in Madrid für 540 Mio. US-$ (2011)
- Devonshire House in London für 671 Mio. US-$ (2013)
- Troy Block in Seattle für 740 Mio. US-$ (2019)
- Royal Bank Plaza in Toronto für 916 Mio. US-$ (2022)
- Canada Post in Vancouver für 855 Mio. US-$ (2025)
Viele seiner Immobilien sind langfristig an Konzerne wie Amazon, Apple, Meta, Nike, Spotify und Zara vermietet. Das sorgt für planbare Cashflows – auch in einem schwächeren Immobilienmarkt.
Der zweite entscheidende Hebel ist Steuereffizienz. In Spanien belasten Vermögens- und Solidaritätssteuer hohe liquide Vermögen stark. Statt Kapital auf Konten liegen zu lassen, investiert Ortega seine Dividenden konsequent in aktive Vermögenswerte wie Immobilien, Infrastruktur sowie Wind- und Solarparks.
Laut Forbes sparte Ortega dadurch seit 2001 rund 800 Mio. US-$ an Vermögenssteuern.
Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Ortega hält seine Inditex-Beteiligung über seine Holding Pontegadea – nicht privat. Dadurch zahlt er auf Dividenden statt bis zu 30 Prozent effektiv nur rund 1,25 Prozent.
Forbes schätzt, dass Ortega so in 25 Jahren rund 7 Mrd. US-$ an Dividendensteuern gespart hat.
Trotz seiner Größe beschäftigt Pontegadea nur rund 90 Mitarbeiter weltweit. Die Strategie ist bewusst schlicht: Kapital schützen, laufende Erträge sichern, langfristig Vermögen erhalten.
2026 erhält Ortega eine Rekorddividende von 3,8 Mrd. US-$ aus Inditex. Klar ist: Auch dieses Geld dürfte bald wieder in neue Sachwerte fließen.
Ortegas Erfolgsformel ist kein Spekulationsmodell, sondern ein Lehrstück in strategischem Vermögensaufbau: erstklassige Assets, stabile Mieter, minimale Schulden – und ein System, das Kapital langfristig arbeiten lässt.
Text: Giacomo Tognini und Gigi Zamora
Foto: Wikimedia Commons